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Sakrale Andacht in Bachs h-Moll-Messe

Sakrale Andacht in Bachs h-Moll-Messe

Zürich, Tonhalle – Wie eine gewaltige, prachtvolle Klangkathedrale baut sich die Musik im Gloria der berühmten h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach auf und verharrt dann in einem wunderbaren, melodischen Dank am Ende im «Dona nobis pacem». Fast scheint es, als hätte der tiefgläubige Bach mit seiner «hohen Messe», seinem letzten und dem vielleicht bedeutendsten geistlichen Werk der Musikgeschichte, eine Art überkonfessionelles Glaubensbekenntnis hinterlassen wollen. In seinem viersätzigen Aufbau mutet die h-Moll-Messe liturgisch weder rein katholisch noch lutherisch an, und auch in ihrer reichen Instrumentierung und Motivführung stellt sie einen solch stilübergreifenden Höhepunkt in der geistlichen Musik dar, sodass es bis heute nicht verwundert, dass das Werk zu den grössten Musikschätzen der abendländischen Kultur gezählt wird.

Das Amsterdam Baroque Orchestra unter Leitung von Ton Koopman nahm sich am Montag mit beeindruckendem Chor des musikalischen Schatzes an und verwandelte die Tonhalle in einen Ort nahezu sakraler musikalischer Andacht. Mit einer hoch präzisen Stimmführung zelebrierte der vielfach ausgezeichnete Dirigent und Bach-Experte die Glanzpunkte des Werks geradezu, wie etwa die achtstimmige Chor-Fuge des Credos oder das leidensschwere «Qui tollis peccata mundi». Klanglich hochkarätig präsentierten sich auch die Solisten, etwa die Sopranistin Yetzabel Arias Fernandez in der Mezzosopran-Arie «Laudamus te» in wunderbarer Harmonie mit der Solovioline, oder der niederländische Countertenor Maarten Engeltjes in der erhabenen Alt-Arie «Agnus dei». So geriet die zweistündige Messe zum einmaligen Klangerlebnis.
Julia Fauth

 

TAGES ANZEIGER vom 26. Juni 2014