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Barocker Chorgesang vom Feinsten

Festspiele Zürich

Barocker Chorgesang vom Feinsten

Alfred Zimmerlin | Mittwoch, 25. Juni 2014, 05:30

Gross sind die Dirigierbewegungen von Ton Koopman an diesem Abend mit Johann Sebastian Bachs monumentaler Messe h-Moll (BWV 232) bei den Festspielen Zürich. Er tänzelt in der Zürcher Tonhalle quirlig auf den Zehenspitzen und überwacht jeden Ton mit blitzenden Augen, wenn er eine der grossen Chorpartien dirigiert. Für die Arien setzt er sich indes an die vor ihm aufgestellte Orgel und hält das Geschehen mit kräftigem Kopfnicken in Gang.

Der Klang, den der Barockspezialist so seinem ihm hellwach folgenden Amsterdam Baroque Orchestra & Choir entlockt, ist allerdings umwerfend. Und wie er die gewaltige Architektur der Messe aufbaut, auch. Der von Frank Markowitsch vorbereitete Chor artikuliert scharf, die virtuosen Linien sind mit geradezu instrumentaler Klarheit geführt, die Intonation ist sicher und das Timbre genauestens den Erfordernissen der barocken Tonsprache angepasst. Aussergewöhnlich transparent klingt Bachs Polyfonie, wenn sie so gesungen wird.

Auch das Orchester mit seinen Originalinstrumenten und Naturtrompeten spielt mit einer Beweglichkeit sondergleichen. Befreit etwa kann der Flötist über dem Continuo spielen. An einem Sommerabend, an welchem das Wetter umschlägt, können die Instrumente jedoch auch empfindlich auf die Feuchtigkeit reagieren. Die beiden Fagottisten und der Spieler des Corno da caccia waren im «Quoniam» nicht zu beneiden. Und da wäre nicht Koopman am Werk, wenn nicht kleine, eigenwillige Entscheidungen für Belebung sorgen würden. So könnte man über die Textunterlegung bei «Et in unum Dominum» diskutieren. Oder über seine nicht immer nur inspiriert improvisierten Füllmelodien als Continuo-Organist.

Im Solistenquartett waren alte Koopman-Habitués zu hören, so haben wir die grossen Qualitäten im Barockgesang des Altus Maarten Engeltjes, des Tenors Tilman Lichdi und des Baritons Klaus Mertens bereits vor wenigen Monaten in Bachs Johannes-Passion bewundern können. Die (Mezzo-)Sopranistin Yetzabel Arias Fernandez fügte sich mit ihrem die Nähe zu einem knabenhaften Timbre suchenden Gesang bestens ein.